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Branchenmanagement Gesundheitswirtschaft im Cuxland
1. Kurzdarstellung
a) Vorbemerkung
Aufbauend auf vorliegende Untersuchungen zur Wirtschaftsstruktur der Region1 und im Benehmen mit wesentlichen Akteuren und Institutionen der regionalen Wirtschaft hat der Landkreis Cuxhaven vier Zukunftsbranchen identifiziert, denen aufgrund ihres Potenzials für die weitere Entwicklung der Wirtschaftsregion Cuxhaven eine strategische Bedeutung zukommt. Dieses sind die Bereiche der Gesundheitswirtschaft und des Gesundheitstourismus, die maritime Wirtschaft, der Bereich Ernährungswirtschaft sowie der Energiesektor. Folgerichtig ist beabsichtigt, diese vier Branchenbereiche durch ein neu aufzubauendes Branchenmanagement gezielt zu entwickeln und bereits bestehende Kooperationsansätze wirkungsvoll zu institutionalisieren.
Über die gemeinsame Agentur für Wirtschaftsförderung Cuxhaven konzentrieren sich der Landkreis und die Stadt Cuxhaven dabei zunächst auf die beiden erstgenannten Branchenbereiche. Für das Branchenmanagement Gesundheitswirtschaft/Gesundheitstourismus zeichnet der Landkreis Cuxhaven, für den maritimen Bereich die Stadt Cuxhaven verantwortlich. Dabei ist hervorzuheben, dass alle Branchenmanagement-Initiativen räumlich mindestens den gesamten Landkreis, also inklusive der Stadt Cuxhaven umfassen. Je nach Projektfortschritt wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, ob die Ernährungswirtschaft in das Branchenmanagement Gesundheitswirtschaft integriert oder separat aufgebaut wird. Das Branchenmanagement für den Energiesektor soll nach Klärung wesentlicher Ausgangsparameter betreffend die Offshore-Basis Cuxhaven ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt aufgebaut werden.
b) Branchenmanagement Gesundheitswirtschaft/Gesundheitstourismus
Die Gesundheitswirtschaft ist vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und der weiteren Dienstleistungsorientierung eine bedeutende Zukunftsbranche, in der aufgrund des steigenden Bedarfes an medizinischen und pflegerischen Leistungen und der medizinisch-technischen Entwicklungen zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Wirtschaftstheoretiker Nefiodow sieht in der Gesundheit gar einen Megatrend.2
Mit mehr als 5.500 Beschäftigten3, das entspricht rd. jedem siebten sozialversicherungspflichtigem Arbeitsplatz im Cuxland, nimmt die Gesundheitswirtschaft in der Wirtschaftsstruktur der Region schon heute eine führende Rolle ein. Bundesweit spricht man derzeitig von rund 4,5 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen.4
Die Gesundheitswirtschaft umfasst nicht nur Bereiche ambulanter und stationärer ärztlicher, nichtärztlicher und pflegerischer Dienstleistungen, sondern auch Handel, Gesundheitshandwerk, Herstellung von pharmazeutischen und medizintechnischen Produkten, gesundheitsbezogene Forschung und Bildung und - mit zunehmender Bedeutung - die Gesundheitsvorsorge und den Gesundheitstourismus.
Aufgrund gesellschaftlicher Veränderungsprozesse ist der gesundheitsbezogene Freizeitsektor von gesundheitspolitischer als auch von ökonomisch zunehmender Relevanz. Leistungsdruck in der Gesellschaft, Zunahme von Zivilisationskrankheiten, dagegen spürbare Leistungseinschränkungen bei den Kassen stärken in der Bevölkerung das Bewusstsein, mehr für die eigene Gesundheit tun zu müssen.
Das Forschungsinstitut Urlaub und Reisen F.U.R. beziffert den Marktanteil des Gesundheitstourismus auf 7 % des gesamten Tourismusmarktes und weist diesem Tourismussegment die größten Wachstumspotenziale zu. Das Interesse an Gesundheitsurlaub steigt dabei mit zunehmendem Haushaltseinkommen und Bildungsstand.5
Die Agentur für Wirtschaftsförderung Cuxhaven (A.f.W.) hat aus diesem Grunde zusammen mit dem Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW) eine „Innovations- und Kooperationsinitiative Gesundheitswirtschaft“ (IKI GW) im Landkreis Cuxhaven ins Leben gerufen.
Die Initiative soll dazu beitragen, gemeinsam mit branchenrelevanten regionalen Unternehmen die sich abzeichnenden Nachfragetrends nach mehr Gütern und Dienstleistungen für Gesundheit und Lebensqualität zu nutzen, um den Landkreis Cuxhaven als wettbewerbsfähigen und attraktiven Standort der Gesundheitswirtschaft und des Gesundheitstourismus weiter zu etablieren und somit Wachstums- und Beschäftigungspotenziale zu mobilisieren. Es sollen in Kooperation mit fachlichen Akteuren Perspektiven für die nächsten Jahre entwickelt werden, in die hinein sich die Gesundheitswirtschaft vor Ort bewegen und ihren Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung leisten kann.
Durch die Vernetzung gesundheitsaffiner Unternehmen soll die Wertschöpfung im Cuxland erhöht werden. Die durch den Dialog identifizierten Wertschöpfungsketten und Wachstumspotenziale sollen ausgebaut, erkannte Defizite wo möglich behoben werden. Die Attraktivität des Cuxlandes als Gesundheits- und -tourismusstandort soll durch neue Produkte und themenorientiertes Marketing stärker in den Fokus von Öffentlichkeit und Unternehmerschaft gerückt werden um somit zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region beitragen. Aus bestehenden Einzelangeboten sollen neue und innovative Angebote geformt werden, die für die beteiligten Akteure einen gemeinsamen Nutzen bedeuten und darüber hinaus aus Sicht des Marktes bzw. der Kunden neue Alleinstellungsmerkmale für das Cuxland begründen können.
2. Projektträger und –management
Projektträger ist der Landkreis Cuxhaven, Keimzelle die gemeinsam von Agentur für Wirtschaftsförderung Cuxhaven (A.f.W.) und dem Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW) bereits 2006 ins Leben gerufene „Innovations- und Kooperationsinitiative Gesundheitswirtschaft“ (IKI GW) im Landkreis Cuxhaven. Das Projektteam umfasst derzeitig im Kern einen Projektleiter in der A.f.W., einen Projektleiter beim kooptierten TZEW sowie einen Kreis von fünf bereits stark involvierten Unternehmensvertretern, welche zusammen einen provisorischen Lenkungsausschuss für die Brancheninitiative bilden. Neben der organisatorischen Aufbauarbeit ist der Lenkungsausschuss zurzeit vor allem damit befasst, in enger Zusammenarbeit mit über 20 weiteren Unternehmen, welche bereits das Interesse an einer Mitwirkung bekundet haben, Ideen und Ansätze für konkrete Einzelprojekte zu erörtern und entsprechende Arbeitspakete und Verantwortlichkeiten zu definieren. Der „Private-Public-Partnership“-Status der Initiative ist elementarer Bestandteil des Vorhabens. Der diskriminierungsfreie Zugang wird sichergestellt.
a) Organisatorischer Status quo
Strukturell stellt sich die Organisation der Initiative derzeit wie folgt dar:
Im Rahmen von Einzelgesprächen und Auftaktveranstaltungen haben sich bis dato diverse Vertreter privater Unternehmen bzw. Institutionen zu einer Mitwirkung (d. h. mindestens Engagement in einem operativen Projektteam) entschlossen. Die Spannbreite reicht dabei von Großkliniken über Tourismusorganisationen bis hin zu einzelbetrieblichen KMU mit Branchenbezug aus den Bereichen Gesundheit, Pharma, Sozialwirtschaft und IT.
Um die Weiterentwicklung der Initiative inhaltlich, kommunikativ und administrativ zu realisieren bzw. zu betreuen, ist eine qualitative Stärkung des Projektmanagements wie auch die effektive Koordination der mitwirkenden Privaten vonnöten. Kernelement ist die für Anfang 2008 geplante Einstellung eines fachlich kompetenten Branchenmanagers für „Gesundheitswirtschaft und Gesundheitstourismus“ beim Landkreis Cuxhaven (angesiedelt in der A.f.W.) sowie die Gründung eines „Fördervereins für das Netzwerk Gesundheitswirtschaft im Cuxland“ (Arbeitstitel), der als mitfinanzierende und kommunikationsorientierte Plattform weitere Mitglieder gewinnen und im Sinne einer branchenbezogenen regionalen Interessenvereinigung fungieren wird.
Der Branchenmanager soll die Geschäftsführung des Vereins übernehmen und neben der operativen Arbeit die weitere Mitgliederwerbung forcieren. Weiter soll der Lenkungsausschuss der Initiative sowie der Vorstand des künftigen Vereins eng miteinander verzahnt werden.
b) Organisatorische Zielvorstellung 2008 - 2010
Für die Jahre 2008 – 2010 ergibt sich demnach folgende organisatorische Zielvorstellung:
3. Projektbeschreibung
a) Hintergrund
Durch den Aufbau regionaler Netzwerke zur Innovations- und Kooperationsförderung bietet sich vor allem für strukturschwächere und periphere Regionen die Möglichkeit, räumlich bedingte Standortnachteile wettzumachen. Zum einen ermöglichen diese Netzwerke eine weit intensivere Nutzung der eigenen Kräfte und zum anderen lassen sich über diese die für die Betriebe immer wichtiger werdenden externen Informations-, Beratungs-, Technologietransfer-, Qualifizierungs- und Dienstleistungsangebote sozusagen „in die Region ziehen“. Gerade diese Angebote sind häufig für Unternehmen in ländlichen Gebieten weitaus schwerer, d. h. mit wesentlich höherem Zeit- und Kostenaufwand zu erreichen als für Betriebe in Ballungsräumen.
Gesundheitsbewusstsein, Zivilisationskrankheiten, soziodemografische Entwicklungen, zunehmend überlastete Gesundheitssysteme und ein steigendes Defizit an psychosozialer Gesundheit sind eng miteinander verflochtene Megatrends die auf ein enormes Wachstum der Gesundheitsindustrie hinweisen. Durch die enge Verflechtung von Gesundheit, Urlaub und Freizeit wird auch die Freizeit- und Tourismusindustrie von dieser Entwicklung profitieren.6
Gesundheitswirtschaftliche bzw. gesundheitstouristische Produkte und Dienstleistungen spielen am Standort Cuxhaven bereits eine bedeutende Rolle, in Zukunft wird die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft aufgrund der demographischen Entwicklung und damit einhergehender Nachfragetrends noch weiter steigen. Ziel des Branchenmanagements ist es, gemeinsam mit handlungsfähigen und handlungswilligen Akteuren, die sich abzeichnenden Nachfrageentwicklungen nach mehr Gütern und Dienstleistungen für Gesundheit und Lebensqualität zu nutzen, um die Gesundheitswirtschaft am Standort (sowie ggf. darüber hinaus) weiter zu stärken und auszubauen. Es sollen zudem Perspektiven für die nächsten Jahre entwickelt werden, in die hinein sich die Gesundheitswirtschaft entwickelt und ihren Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung leisten kann.
b) Zielsetzung und Aufgabenstellung
Die Initiative soll dazu beitragen
• den LK Cuxhaven als einen wettbewerbsfähigen und attraktiven Standort der Gesundheitswirtschaft zu etablieren,
• gesundheitswirtschaftliche Kompetenzen zu stärken, zu bündeln, effektiv nach innen und außen zu kommunizieren sowie
• Wachstums- und Beschäftigungspotenziale der Gesundheitswirtschaft in der Region zu mobilisieren.
Dabei kann nicht zuletzt vor dem Hintergrund geführter Vorgespräche davon ausgegangen werden, dass das Mobilisierungspotenzial viele Bereiche des im Einzelnen sehr breit aufgefächerten Gesundheitssektors umfasst und die Initiative damit unterschiedliche Wertschöpfungsketten positiv beeinflussen wird:
Der Aufgabenkatalog des künftigen Branchenmanagers umfasst insbesondere:
• Koordination und weiterer Aufbau der IKI GW in der A.f.W.
• Aktive Begleitung und Dokumentation der inhaltlichen Einzelprojektarbeit
• Koordinierung der beteiligten Akteure und Gewinnung neuer Partner
• Administrative Begleitung dieser Initiative
• Sicherstellung der internen und externen Kommunikation
• Organisation und Durchführung von Netzwerk- und Promotionveranstaltungen
• Mitwirkung an Aufbau und Umsetzung einer Marketingstrategie für die Gesundheitsregion Cuxland
• Aktive branchenbezogene Bestandspflege und Unternehmensakquise
• Mitwirkung bei der Gründung und Übernahme der Geschäftsführung des Fördervereins
• Rückkopplung zur Initiative „Barrierefreier Tourismus“ im Cuxland
c) Produktdefinition
Produkte der Initiative gibt es auf einer Makro- und einer Mikro-Ebene:
• In übergeordneter Hinsicht ist das Produkt die „Gesundheitsregion Cuxland“, welche es zu stärken und gegenüber den Zielgruppen der Initiative zu vermarkten gilt.
• Auf der Mikro-Ebene sind es neue gesundheitsbezogene Einzel-Produkte bzw. Dienstleistungen, mit denen einzelne Zielgruppen angesprochen werden sollen.
• Produkte des Gesundheitstourismus müssen dabei vom Markt her definiert werden. Bestimmte Angebote sprechen dabei auch nur bestimmte Zielgruppen an, beispielsweise Anti-Aging-Programme werden bevorzugt von jungen Senioren und Frauen nachgefragt. Es scheint dabei sinnvoll, dass prädestinierte Orte für den Gesundheitstourismus sich auf bestimmte Teilsegmente mit neuen und innovativen Angeboten konzentrieren oder sich in Nischenmärkten spezialisieren, im Zusammenspiel aller gesundheitsrelevanten Einrichtungen.5
d) Inhaltliche Ausgestaltung
Die inhaltliche Ausgestaltung der Initiative fußt auf thematischen Vorüberlegungen, die im Zuge der in den letzten 12 Monaten geleisteten Aufbauarbeit vorgenommen worden sind. Dies betrifft im Wesentlichen drei Ebenen, wie folgendes Schema veranschaulicht:
• Ebene 1 - Information & Kommunikation:
Angeregt wurde u. a. die Einrichtung eines Teleportals, als eine Art Datenbank der Gesundheitswirtschaft im Landkreis Cuxhaven und die Herausgabe eines Newsletters. Beide Maßnahmen könnten eine Institutionalisierung der Initiative unterstützen und somit auch das „Wir-Gefühl“ der an der Initiative beteiligten Unternehmen stärken.
• Ebene 2 - Entwicklung konkreter Einzelprojekte:
Bisher haben die Beteiligten unter dem Leitthema Familiengesundheit/Präventionsverbund nachfolgende Einzelthemen formuliert, die nunmehr als Projekt definiert und inhaltlich strukturiert werden müssen. Die Aufstellung wird sich im Zuge der weiteren Diskussionen ggf. noch etwas erweitern. Bisherige Einzelprojektthemen sind:
• Definition und Umsetzung des gesundheitswirtschaftlichen und gesundheitstouristischen Qualifizierungsbedarfs/Fachkräftebedarfs
• Durchführung einer SWOT-Analyse zur Aufdeckung weiterer Wirkungspotenziale (und in der Folge weiterer Projekte)
• Ausarbeitung neuer gesundheitstouristischer Angebote
• Portal „Gesundheitswirtschaft im Cuxland“
• Ebene 3 - Öffentlichkeitsarbeit:
Um das Profil Cuxhavens als Region der Gesundheitswirtschaft zu schärfen und folglich eine stärkere Positionierung für den Marktauftritt nach innen wie nach außen zu ermöglichen, wurde die Entwicklung einer Dachmarke angeregt, d. h. die Bündelung und Führung aller Projekte der Initiative Gesundheitswirtschaft unter einer einheitlichen Marke (Logo/Slogan) vorzunehmen. Als geeigneter Arbeitstitel kristallisierte sich dabei folgender Claim heraus:
„Cuxland Vital – Die Gesundheitsregion“
e) Zeitliche Perspektiven/Meilensteine
4. Marktanalyse
Der Landkreis Cuxhaven ist mit über 6 Millionen Übernachtungen pro Jahr (inkl. Betriebe unter 9 Betten) eine der führenden Urlaubsdestinationen des Landes. Allein das Nordseeheilbad Cuxhaven hat ca. 3 Millionen Übernachtungen zu verzeichnen, weitere touristische Schwerpunktorte sind das Land Wursten (mit Dorum und Wremen), die Samtgemeinde Hadeln (mit Otterndorf), die Samtgemeinde Bederkesa (mit Bad Bederkesa) und die Samtgemeinde Am Dobrock (mit Wingst).
Vor dem Hintergrund
• der demographischen Entwicklung vor Ort (aber auch in den Quellmärkten) und
• angesichts der Zusammensetzung der Gästestruktur nach Lebenssituation und Alter
wird deutlich, welchen zunehmenden Stellenwert gesundheitswirtschaftliche und gesundheitstouristische Angebote haben. Einerseits fragt die älter werdende Bevölkerung sowie ältere Gäste zunehmend nach gesundheitswirtschaftlichen Dienstleistungen andererseits stellt auch die große und traditionelle Gruppe der Familienurlauber einen wachsenden Markt für gesundheitsorientierte Angebote dar (Präventionsgedanke).
Bereits heute sind eine Reihe gesundheitswirtschaftlicher Betriebe unterschiedlichster Ausrichtung im Cuxland ansässig und es gibt überdurchschnittlich viele Alten- und Pflegeheime. Dennoch besteht erhebliches Ausbaupotenzial, gerade auch im gesundheitstouristischen Bereich. Die Verbindung von Urlaubserlebnis mit Angeboten aus den Bereichen Sport, Prävention und Wellness gewinnt einen wachsenden Stellenwert. Hierauf muss die Region im Allgemeinen und der Wirtschaftsstandort im Speziellen mit qualitativ und quantitativ angemessenen Produkten reagieren. Dieses mit den handelnden Akteuren aus Wirtschaft und Institutionen zu erarbeiten und umzusetzen ist ein wesentliches Anliegen der Initiative.
Das Branchenmanagement Gesundheitswirtschaft richtet sich somit an folgende Zielgruppen:
• Makro-Ebene - „Gesundheitsregion“/gesundheitsorientierter Wirtschaftsstandort
• Unternehmen und Institutionen mit Branchenbezug in der Region
• gesundheitsorientierte Einwohner des Cuxlandes
• Urlaubsgäste
• potenzielle Existenzgründer und noch nicht in der Region ansässige Unternehmen mit gesundheitswirtschaftlichem/gesundheitstouristischem Bezug
• Mikro-Ebene - einzelne gesundheitsorientierte Produkte/Dienstleistungen
• diverse Produkte werden im Zuge der Initiative erst vom Markt definiert werden
• Angebote zum Thema „Prävention/Familiengesundheit“ richten sich jedoch primär an für das Thema empfängliche Gäste und Einwohner
5. Wettbewerbsanalyse
Natürliche Wettbewerber um gesundheitsorientierte Gäste und gesundheitsaffine Unternehmen sind solche Regionen und speziell Küstendestinationen, die eine Kombination aus attraktiver Urlaubsdestination und gesundheitsorientierten Einrichtungen bieten. Das Cuxland verfügt aufgrund verschiedener Faktoren jedoch über das Potenzial aus der Kombination dieser Faktoren eine Alleinstellungsposition zu formulieren:
• Orientierung auf Familien- und „50+“-Urlaub bei gleichzeitig
• starken demographischen Veränderungsprozessen mit entsprechender Nachfragegenerierung am Standort,
• Vorhandensein von Spezialkliniken, Kurkliniken, Mutter-und-Kind-Kliniken und
• diversen gesundheitsorientierten Einrichtungen von unterschiedlicher Wertschöpfungsstufe (Meerwasseranlagen, Moortherme, Physio-Einrichtungen, Wellness-Anlagen in Hotels u. v. m.),
• pharmazeutische und ernährungswirtschaftliche Unternehmen am Standort,
• geeignete Qualifizierungsträger am Standort,
• ein guter Grundstock an Know-how und Fachpersonal,
• etablierte regionale, überregionale und nationale touristische Marketingstrukturen,
• heilklimatische Gegebenheiten,
• Größe des Marktes (205.000 Einwohner und 6 Mio. Gäste-Übernachtungen p. a.).
Die Wettbewerbsposition mit Blick auf einzelne im Laufe der Initiative zu entwickelnde Produkte und Angebote wird zum gegebenen Zeitpunkt fallweise zu untersuchen sein.
6. Marketing
Für die Produkte der Makro- wie auch der Mikro-Ebene stehen eine Reihe von Kommunikations- und Distributionskanälen zur Verfügung. Die Initiative und Ihre Produkte werden auf einen Mix von vorhandenen und im Rahmen des Projektes neu zu schaffenden Kommunikationswegen aufbauen.
Zu den nutzbaren etablierten Kommunikationskanälen gehören:
• die Marketing- und Kommunikationsaktivitäten und –wege der teilnehmenden Einzelunternehmen, welche als Multiplikator für die Initiative fungieren werden (und dabei für sich einen eigenen Mehrwert erzielen),
• die Marketingplattformen (Web, Newsletter, Fachveranstaltungen, Messen , Image-Magazine, Tourismusprospekte und andere Online- sowie Print-Formate) der regionalen Tourismus-Einrichtungen und Agenturen,
• die Marketingplattformen (Web, Newsletter, Fachveranstaltungen, Messen) der Agentur für Wirtschaftsförderung Cuxhaven, in der der Branchenmanager angesiedelt sein wird.
Im Rahmen des Projektes werden neu zu etablieren sein:
• ein eigenes webbasiertes Portal der Gesundheitsregion Cuxland
• ein eigener Newsletter sowie Beiträge in Fachpublikationen
• Organisation von und Präsentation auf einschlägigen Fachveranstaltungen
Die nutzbaren Multiplikator-Effekte durch die einzelnen Partner der Initiative erlauben es, sich bei den Marketing-Aufwendungen im Wesentlichen auf die neu zu etablierenden Kommunikationskanäle zu konzentrieren.
7. Zukunftsaussichten und Risiken
a) In organisatorisch/finanzieller Hinsicht
Entscheidend für die Professionalisierung und nachhaltige Stärkung der Initiative ist der Einsatz eines fachlich kompetenten Branchenmanagers. Weiter ist der Erfolg vor allem von der Motivation weiterer privatwirtschaftlicher Akteure zur Mitfinanzierung abhängig. Dieses wird mittelfristig über den zu gründenden Förderverein auf eine neue Grundlage zu stellen sein. Dass branchenspezifische Vereine und andere unternehmerische Zusammenschlüsse funktionieren, belegen eindrucksvoll z. B. die „Logistikinitiative Hamburg“ oder der „HanseAerospace Verbund“ im Bereich der luftfahrtaffinen Unternehmen Norddeutschlands.
Dem Risiko zu geringer privater Beteiligung soll dadurch begegnet werden, klare unternehmerische Mehrwerte durch eine Teilnahme an der Initiative darzustellen. Diese reichen vom Imagegewinn über Nutzungsrechten an durch die Initiative zu entwickelnde Claims und Dachmarke(n) bis hin zum Mehrwert durch anderweitig nicht erschließbares Wissen und Kontakte.
Die Initiative ist auf die Mitwirkung möglichst vieler branchenaffiner KMU ausgelegt. Dennoch wird es von Vorteil sein, als Schlüsselakteure möglichst alle großen regionalen Dienstleister und Produzenten aus der Branche dauerhaft an diese Initiative zu binden.
b) In inhaltlich/fachlicher Hinsicht
Angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen wie Demographie, Gesundheitspolitik und der steigenden Notwendigkeit zur Eigenvorsorge werden die Nachfragepotenziale nach neuen gesundheitswirtschaftlichen Produkten und Dienstleitungen als grundsätzlich sehr positiv eingeschätzt. Die weitere Sensibilisierung für gesundheitsbewusstes Verhalten, aber auch entsprechende Anreize seitens der Krankenkassen wirken sich positiv auf die Nachfrageseite aus. Eine kritische Größe für gesundheitstouristische Angebote wird die weitere quantitative Entwicklung im regionalen Tourismus sein. Es wird darauf ankommen, sich durch qualitativ hochwertige Angebote und eine attraktive Verbindung aus Urlaubserlebnis und Gesundheitsdienstleistungen gegenüber Wettbewerbern (auch im preislich attraktiven Ausland) zu behaupten.
Standortmanagement zur Weiterentwicklung durch Effizienzsteigerung der Wirtschaftsförderung der Region Cuxhaven auf Basis REK und RROP, ExperConsult Dortmund
2 Nefiodow, 1996, S. 117
3 Nds. Landesamt f. Statistik, sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, Branchen 851 + 853
4 J. Hilbert, Institut Arbeit und Technik, Wissenschaftszentrum NRW
5 Entwicklungspotenziale der Gesundheitswirtschaft in Niedersachsen, Juni 2003, NIW, BASYS, für das nds. MW
6 Vergleichende Kurortanalyse Niedersachsen, ETI 2003, für nds. MW
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